Arkansas Dave

Freitag / 20.15

Arkansas Dave hat schon sehr früh gelernt, dass nur wenige Strassen aus einem Kaff wie Camden, Arkansas, rausführen. Die eine führt geradewegs ins staatliche Gefängnis, die nächste zu einer Karriere in der Armee. Und dann gibt’s noch eine, die in einer Sackgasse im Sumpf endet. Es ist ein romantisches Klischee, Zuflucht in der Musik, im Blues, zu finden. Davon wirklich zu leben ist etwas ganz anderes. Dave kann ein Lied davon singen. Aufgewachsen in einem Umfeld zwischen christlichem Fundamentalismus und Drogensucht war Musik wirklich das einzige, was er hatte. Sobald er konnte, liess er Arkansas hinter sich. Er spielte in unzähligen Bands und hielt sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, doch die Geister der Vergangenheit liessen ihn nicht los.

Erst ein einschneidendes Erlebnis brachte die entscheidende Wende in Daves Leben. Als er bei einem seiner seltenen Besuche zuhause ein paar Songs vorspielte, nahm ihn sein Grossvater beiseite, lobte Daves musikalisches Talent und redete ihm gleichzeitig ins Gewissen. Dave reiste zurück, den Kopf voller Gedanken, nicht ahnend, dass er seinen Grossvater nicht mehr wiedersehen würde. Dieser starb keine 24 Stunden später.

Für Dave war es ein Weckruf. Er begann, sein Leben komplett umzukrempeln, packte seine Sachen und zog nach Austin, Texas, um an der Media Tech den Tontechnikerkurs zu absolvieren. Die Schule war damals im Gebäude der Arlyn Studios untergebracht, wo unter anderem Willie Nelson, Neil Young und Ray Charles Alben eingespielt hatten. Dave und seine Mitstudenten lernten ihr Handwerk während den unzähligen Nachtschichten im Studio, die sie übernahmen. Darüber hinaus spielte Dave in mehreren lokalen Bands. Den letzten Schliff erhielt er als Tourmusiker von Guitar Shorty, einem alten Blueser. Von ihm lernte er alles, was ein Profimusiker wissen muss.

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